Ziel im Rahmen des EFRE-Projekts „Kreislaufgerechtes Bauen mit Holz“ ist es Rückbauprojekte zu untersuchen. Ein Fokus liegt auf dem Rückbau von Dachstühlen, der andere auf einem ergänzenden, „komplexeren“ Rückbauprojekt mit dem jeweiligen Ziel, hieraus einen Demonstrator zum kreislaufgerechten Bauen mit Holz für den praxisnahen Wissenstransfer umzusetzen.
Der erste Schritt: PDA-Aufnahme der Dachstühle in Gladbeck
Am Freitag, den 03.07.2026 wurde der erste Schritt zur praktischen Anwendung des kreislaufgerechten Bauens umgesetzt. Das ERFE-Projekt „Kreislaufgerechtes Bauen mit Holz“ war in Gladbeck und hat die Dachstühle von 11 Mehrfamilienhäusern der GWG – Gladbecker Wohnungsgesellschaft mbH detailliert untersucht. Die Häuser aus den 1950er Jahren sollen perspektivisch zur Schaffung von neuem Wohnraum aufgestockt und umfangreich energetisch saniert werden.
Das Material der Dachstühle wird dem EFRE-Projekt als Wiederverwendungs-Rohstoff bereitgestellt und sorgt somit dafür, dass nach geeigneten Wiederverwendungskonzepten gesucht werden kann. Die Vorteile: die Dachstühle dienen als Wertstofflager und das nutzbare und intakte Material wird dem Kreislauf zugeführt, sein Lebenszyklus wird verlängert und der Ressourcenverbrauch wird verringert.
Im Rahmen des ERFE-Projekts „Kreislaufgerechtes Bauen mit Holz“ ist die Umsetzung eines Rückbauprojekt mit Schaffung eines Demonstrators aus dem rückgebauten Materialen ein zentraler Baustein. Ziel ist zum einen der zerstörungsarme Rückbau, um möglichst viel Material für tragende Zwecke zu gewinnen, und zum anderen die praxisnahe Prüfung des Wiederverwendungspotentials von Dachstuhl-Holzkonstruktionen. Daraus soll ein praxisnaher Best-Practice-Demonstrator entstehen, der als Vorbild zur Nachahmung und zum Wissenstransfer dient.
Vorgehen und Kriterien des Pre-Demolition-Audits (PDA)
Während der Begehung der Dachstühle wurde eine Aufnahme der Dachstühle mit PDA (Pre-Demolition-Audit) nach DIN SPEC 91484 durchgeführt. Dazu wurden die vorhandenen Pläne auf Richtigkeit geprüft, das Material vermessen, Nutzlängen bestimmt und eine Abschätzung der potenziellen Ausbeute vorgenommen. Für die Ausbeuteabschätzung und die Nutzlängen spielten Schäden, Trocknungsrisse, (Metall-)Verbindungen und Überblattungen eine Rolle. Zudem wurden Proben genommen, um das Material auf Schadstoffbelastungen untersuchen zu lassen.
Bei den aufgenommenen Dachstühlen handelt es sich um klassische Sparrendächer. Somit stehen verschiedene Holzsortimente zur Verfügung: Sparren, Firstbohlen, Kehlbalken, Wechsel, Windrispen sowie Dachlatten.
Die GWG leistet somit durch die Möglichkeit die Dachstühle im Rahmen des Projekts nutzen zu können und durch ihr Engagement einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Projekts. Namentlich ist hier besonders Stephan Platz zu erwähnen und zu danken.
Die Aufnahme und das PDA der Dachstühle wurde durch eine Gruppe engagierter Helferinnen und Helfer tatkräftig und fachlich unterstützt. Durch das Engagement und nicht zuletzt durch die Begeisterung aller Teilnehmenden für das kreislaufgerechte Bauen wurde der Termin zu einem vollen Erfolg!
Unser Dank gilt:
Christian Freese, die das Projekt von Seiten der Concular GmbH begleitet und uns mit ihrer Erfahrung gut durch den Tag und die Aufnahme leitete.
André Schulte, der über das bbz in Arnsberg bzw. die Handwerkskammer Südwestfalen das Projekt unterstützt, aber auch vor Ort mit seinem umfangreichen Erfahrungsschatz und tatkräftigem Mitwirken eine wertvolle Unterstützung war.
Ebenfalls viel Erfahrung und einen guten Blick für die Ausbeuteabschätzung brachte Aljoscha Ritter von der Ingenieurkammer-Bau NRW sowie der impact.ing GmbH ein.
Bereits erwähnt Stephan Patz von der GWG und Markus Jung von Architektur Badura, die die Aufstockung für die GWG begleiten und sofort offen für das Projekt und den Rückbau waren.
Annika Löhring von der HS Düsseldorf, die uns mit einem ähnlichen Projekt in unserem projektbegleitenden Beirat unterstützen.
Ein besonderer Dank auch an Petra Frank von bauen mit Holz (RM Müller Medien), die das Projekt begleiten und somit das Fachpublikum informieren, was für die erfolgreiche Schaffung eines Multiplikationseffekt unerlässlich ist.
Und nicht zuletzt gilt unser Dank der Firma Ueding GmbH, die uns bei der Konstruktion des Demonstrators aus dem Holz dieser Dachstühle unterstützen wird.
Belieben Sie auf dem Laufenden!














Bildquelle Titelbild: RM Rudolf Müller Medien

